Die zweite militärische Eskalation
Der Vorschlag einer Verfassungsänderung durch Präsident Makarios im November 1963 schaffte die politisch angespannte Lage, in der ein Konflikt zwischen griechisch-zypriotischen Polizisten und Zyperntürken in einen zweiten Bürgerkrieg mündete, in dessen Verlauf mehr als 1200 Menschen starben – die meisten von ihnen Zyperntürken.
Nach einem Waffenstillstand im Dezember entsandte der UN-Sicherheitsrat eine Friedenstruppe nach Zypern, die letztlich die Volksgruppen voneinander trennte. Die türkisch-zypriotischen Mitglieder der Regierung und Verwaltung zogen sich zurück, die Zyperntürken wanderten in spezielle Enklaven ab – je nach Standpunkt wird diese Umsiedlung als gewaltsame Vertreibung oder freiwillige Maßnahme gewertet. Diese Enklaven unterstanden einer neuen türkisch-zypriotischen Verwaltung unter der Leitung des Vizepräsidenten Fasil Kücük. Ihr Ziel war die vollständige Trennung der beiden ethnischen Gruppen auf Zypern.
Wirtschaftsembargo und ein Abkommen
Die Zeit der Zusammenarbeit war beendet. Die Bewohner der türkisch-zypriotischen Enklaven lebten trotz Hilfen aus der Türkei in verarmten Verhältnissen und die griechisch-zypriotische Regierung versuchte zudem noch ein Wirtschaftembargo gegen sie aufrecht zu erhalten, was die UN jedoch zu lösen vermochte.
Nach dem Militärputsch 1967 in Griechenland setzte sich Präsident Makarios nicht mehr für eine Wiedervereinigung, sondern für die Unabhängigkeit Zyperns ein. Schließlich kam ein Abkommen zwischen den beiden Volksgruppen auf Zypern zu Stande, das bis 1974 den Konflikt eindämmen sollte.