Die Teilung der Insel
1974 wurde als Reaktion auf einen Militärputsch gegen den Präsidenten Erzbischof Makarios III der Nordteil der Insel von der Türkei besetzt, am 15. November 1983 die “Türkische Republik Nordzypern” ausgerufen, die allerdings nur von der Türkei anerkannt ist.
Diese Republik umfaßt ca. 3400 Quadratkilometer, also etwa 37% der Insel, mit einer Bevölkerung aus Zyperntürken, türkischen Soldaten und anatolischen Siedlern.
Im Grunde ist Zypern sogar ein dreigeteiltes Land, denn die Briten besitzen auch nach der Unabhängigkeit 99 Quadratkilometer eigenständiges Gebiet, in dem zahlreiche britische Bürger leben.
Militäreinsatz der Türken
Die Besetzung durch die Türken konnte nicht ohne Reaktionen bleiben. Die UN forderte den Rückzug der ausländischen Militärs, die Beendigung der Intervention und die Wahrung der Unabhängigkeit Zyperns, sowohl politisch als auch territorial. Das Scheitern der Genfer Verhandlungen führte zu einem zweiten türkischen Angriff, dem weitere Verhandlungen folgten. 1975 wurde ein Abkommen über den Bevölkerungsaustausch, also die Abwanderungen der meisten Zyperntürken in den Norden, allerdings nur weniger Zyperngriechen in den Südteil, geregelt. 1977 folgte die Festlegung von Grundlagen für die Gründung einer unabhängigen, aber bikommunalen Republik Zypern, die 1979 in einem Abkommen weiter ausgebaut wurden. Neben internen Regelungen wurde noch einmal betont, dass sich Zypern weder Griechenland noch der Türkei anschließen würde, sondern seine Souveränität erhalten.
Doch im Mai 1983 verabschiedeten die UN eine Resolution, in der erneut der Abzug aller Besatzungstruppen gefordert und eine Nicht-Anerkennung des jetzigen Zustandes nahegelegt wurde – der griechisch-zypriotische Präsident Kyprianu, der sie initiiert hatte, empfand die Resolution als Erfolg, die Zyperntürken als vernichtend. Als Reaktion darauf erklärte sich die “Türkische Republik Nordzypern” als unabhängig – bis auf die Türkei hat bisher kein Staat diese neue Republik anerkannt.