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Zypern als britische KolonieDer Zypern-Konflikt wird zwischen den türkischsprachigen und größeren griechischsprachigen Bevölkerungsgruppen auf der Insel ausgetragen. Die Folge der Streitigkeiten war eine Teilung Zyperns in einen von türkischen Truppen besetzten Nordteil (Türkische Republik Nordzypern) und einen griechischen Südteil (Republik Zypern). Diese Teilung fand 1974 gewaltsam statt, war jedoch nur der letzte Akt in einem seit dem 19.Jahrhundert schwelenden Konflikt. Bereits 1878, als Zypern von britischen Machthabern besetzt war, wurde das Begehren laut, wieder mit dem "griechischen Mutterland" vereint zu werden, ein Anliegen, das Enosis genannt wurde. Dieses Ansinnen lag nahe, denn die griechischsprachigen Zyprioten sehen sich als echte Griechen und teilen viele kulturelle, sprachliche und religiöse Traditionen mit diesem Ursprungsland. Da unter der britischen Besatzung Armut, ja sogar Hunger auf Zypern herrschten, war eine Rückkehr nach Griechenland sehr erstrebenswert. Die moslemischen Teile der Bevölkerung teilten diesen Wunsch jedoch nicht, denn sie befürchteten, dass Enosis für sie der Beginn einer kulturellen und religiösen Unterdrückung sein würde. So waren sie bereit, sich mit dem Kolonialstatus zur arrangieren oder strebten eine Rückgabe der Insel an die Türkei an. Trotz dieser sehr konträren Positionen waren es erst die Auswirkungen für das Zusammenleben der Volksgruppen gering, was sich jedoch durch politische Ereignisse größeren Maßstabes - wie den Ersten Weltkrieg, die Balkankriege, den Zerfall des Osmanischen Reiches, die Gründung der Türkei etc. - ändern sollte, bis hin zu offener Aggression. Dieser zeigte sich in einem gewaltsamen Aufstand der griechischen Zyprioten gegen die Kolonialherren, der jedoch keinen Erfolg zeigte, in Gegenteil: mehr als 2000 Zyperngriechen wurden verhaftet, die Pressefreiheit aufgehoben, Propaganda für Enosis ebenso wie alle politischen Parteien verboten. Die Kolonialherren verstärkten ihren Griff um die Insel und waren auch dann nicht gewillt, ihn zu lockern, als nach dem Zweiten Weltkrieg erneut Unruhen und der Wunsch nach einer Vereinigung mit Griechenland aufkamen. Dabei ging es den Besatzern nicht um die wirtschaftlichen Ressourcen Zyperns, sondern vielmehr um die strategisch günstige Lage. Der Konflikt verschärfte sich, als sich 1954 Griechenland im Sinne der Zyperngriechen engagierte und 1956 die Türkei Anspruch auf die Insel erhob. Das Einschalten dieser beiden Länder machte den bis dahin eher lokalen Konflikt zu einer internationalen Frage. Der Streit bekam deutlich militärische Züge, als eine 1955 die "Nationale Organisaion zypriotischer Kämpfer (EOKA)" Bombenanschläge auf die Hautstadt Nikosia verübte, um Enosis durchzusetzen - die Briten bedienten sich zyperntürkischer Milizen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Doch auch die türkische Seite rüstete zum terroristischen Widerstand, um die Teilung Zyperns - Taksim genannt - durchzusetzen. Die Folge war ein Bürgerkrieg, der am 7. Juni 1958 seinen Anfang nahm und die beiden Volksgruppen in blutigen Kämpfen aufeinander hetzte. Die unterstütztenden Länder beider Seiten, Griechenland und Zypern, konnten nur durch Schlichtungen davon abgehalten werden, über Zypern selber in Krieg zu geraten, bis Griechenland seinen "Wiedervereinigungsbestreben" aufgab.
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