![]() |
|
Zypern und die EUDie fehlende innere Einigkeit führte zu erneuten Streitigkeiten, als Zypern 1990 den Beitritt zur Europäischen Union beantragte. Das der Antrag von der griechisch-zypriotischen Regierung ausging, kritisierte die türkisch-zypriotische ebenso wie die türkische, dass dies aufgrund des fehlenden Alleinvertretungsanspruchs nicht möglich sei. Ihrer Ansicht nach käme eine Mitgliedschaft nur in Frage, wenn auch die Türkei EU-Mitglied würde und zudem der zyperninterne Konflikt zuvor gelöst. Zwei Gespräche im Jahre 1997 zwischen Klerides und Denktas blieben ohne Ergebnis. Trotzdem nach die EU Zypern in die Ereiterungsgespräche auf. Am 13. Dezember 2002 wurde auf dem EU-Gipfeltreffen in Kopenhagen beschlossen, Zypern am 1. Mai 2004 in die EU aufzunehmen, zusammen mit acht weiteren osteuropäischen Staaten und Malta. Obwohl Nordzypern als türkische Republik ebenso wie die Türkei nicht zur EU gehört, sollte die gesamte Insel aufgenommen worden - auch die Zyperntürken wären somit EU-Bürger. Zahlreiche Probleme bleiben aber bestehen, die zum Teil durch eine Wiedervereinigung gelöst werden könnten. Bei dieser Wiedervereinigung sieht ein von der UNO durch Kofi Annan vorgeschlagener Plan eine Konföderation aus zwei Teilstaaten vor, für die Nordzypern knapp 8% der Landesfläche abgeben müsste, um auf 28,5% kontrolliertes Gebiet zu kommen. Jeder Teilstaat hätte ein eigenes Parlament, jedoch mit einem gesamtstaatlichen Ober- und Unterhaus, deren Mitglieder nach der Bevölkerungsgröße aufgeteilt wären, sowie einen Senat mit gleicher Sitzverteilung. Desweiteren war eine deutliche Entmilitarisierung, - der Abzug von 29000 türkischen Soldaten - des Nordens vorgesehen. Bei Verhandlungen im März 2004 in der Schweiz konnte keine Einigung erzielt werden, obwohl zahlreiche Überarbeitungen des Plans vorgenommen wurden und die griechisch-zypriotische Bevölkerung viele Einschränkungen hinnehmen musste. Eine Volksabstimmung zu diesem Wiedervereinigungsplan am 24. April 2004 ließ das Projekt scheitern. Der größte Teil der Zyperngriechen lehnte ab (ca. 75% stimmten dagegen), die meisten Zyperntürken dafür (ca. 64% stimmten dafür). Da eine Mehrheit in beiden Teilen nötig gewesen wäre, konnte nur der griechische Teil am 1. Mai 2004 Zyperns der EU beitreten. Das positive Ergebnis im Norden des Landes führte jedoch zu einer intensiven wirtschaftlichen Unterstützung durch die EU. Zudem wird die "Green Line", die Grenze zwischen dem Nord- und Südteil, ignoriert. Mit diesen Maßnahmen wird de facto doch die gesamte Insel Teil der EU. Insgesamt gibt es die Hoffnung, dass es bald zu einem wirtschaftlichen Zusammenwachsen der beiden Teile kommen wird. |